Aktivitäten > Berichte
Von der 69. CDA-Studentenhistoriker-Tagung in Leipzig
(auszugsweise aus SK 4/2009)
"Von Prag nach Leipzig" - das Jubiläum 600 Jahre Universität Leipzig war Anlaß für die Entscheidung der Studentenhistoriker, die jährliche Studentenhistorikertagung in Leipzig zu veranstalten. Die Gemeinsame Tagung des Jahres 2008, vom Österreichischen Verein für Studentengeschichte großzügig und festlich in akademischem Geist gestaltet, war Leitfaden für die Leipziger Veranstaltungen, zu denen vom 9. bis 11. Oktober der Arbeitskreis der Studentenhistoriker im CDA eingeladen hatte.
Geradezu eine Empfehlung zum Mitschreiben war die von Dr. Harald Lönnecker (DB) gehaltene "Soziologie-Vorlesung" über Verbindungen
und Vereine an der Universität Leipzig im 19. Jahrhundert. Der renommierte Studentenhistoriker machte deutlich, daß zwischen den Korporationsverbänden in früheren Jahrzehnten ein starkes soziales Gefälle bestand. Er hob weiter hervor, daß die Korporation, der "man" angehörte, in jenen Zeiten auch sehr viel über Herkunft und Einstellung sagte. So waren zum Beispiel die österreichischen Studenten in Leipzig stark vertreten, denn zwischen Sachsen und den Staaten der Habsburger-Monarchie bestanden enge Beziehungen. Und unter den jüdischen Studenten gab es gegensätzliche Richtungen, denn auch hier waren die Korporationen Abbild einer Gesellschaft.
Interessant die Diskussion der Frage, inwieweit das heute noch so ist und wie die Korporationen verschiedener Couleur sich dies zunutze machen können.
Sigler, Bavaria München (KSCV), gab einen Einblick in das Leben von Alfred Herrhausen, Corps Hansea Köln. Er hob dessen Rolle als Vorbild hervor und zeigte, wo in Herrhausens Lebenswerk corpsstudentische Einstellungen sichtbar wurden.
Zu den Hintergründen der Ermordung Herrhausens stellte er Gedanken in den Raum, die den Fahndungsbehörden unangenehm sein müssen. Zu deutlich sind die Hinweise, daß ein östlicher Geheimdienst zumindest mitverantwortlich für das tödliche Bombenattentat vom 30. November 1989 sein könnte. (vgl. dazu "Historisches Datum" auf den Seiten 4 bis 6 in diesem "Studenten-Kurier". Sigler hatte die diesbezüglichen Möglichkeiten auch schon eingehend in "Einst und Jetzt, Jahrbuch für corpssstudentische Geschichtsforschung 2009" aufgezeigt. In der Diskussion herrschte einhellig die Meinung, daß Herrhausen als Vorbild zu sehen sei.
Untermenü