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Stimmen zur Absage des Frühschoppens

Aktuell

Stimmen zur Absage des Frankfurter Korporationsfrühschoppens

14.5.2012, an den Veranstalter Badenia (1):
Das kann nicht wahr sein - in einem freien Land muß eine völlig unideologische und unpolitische fröhliche Veranstaltung abgesagt werden, weil sie von einer Bande von gewalttätigen Kriminellen bedroht wird, Leuten, die laut FAZ-Meldung vom Sonntag ganz gezielt Zerstörung und Randale planen. Das erinnert an den schrecklichen "deutschen Herbst" der sogenannten RAF 1977 und an die furchtbare "Reichskristallnacht" der Nazis 1938 gleichermaßen. Ich verstehe und teile die "Wut im Bauch" der Frühschoppenorganisatoren. Schlimmes Dilemma - die Absage werden die Chaoten natürlich als ihren Erfolg beschreien, aber die Teilnehmer des Frühschoppens der Gewalt aussetzen wäre ein zu großes Risiko gewesen. Solchen antidemokratischen Kanaillen gegenüber muß man Flagge zeigen.

Eine korporierte Dame (Name der Redaktion bekannt).


14.5.2012, an den Veranstalter Badenia (2):
Mit großem Bedauern erfahre ich, dass Sie dem Druck der Straße weichen mussten. Ihren Optimismus, dass im nächsten Jahr ein Frühschoppen möglich sein wird, vermag ich jedoch nicht zu teilen. Die jetzt von Chaoten, wozu ich auch die diese unterstützende Pressevertreter zähle, erfolgreich eingesetzte Strategie wird diese nur erst recht ermuntern. Warum auch sollten sie einen so leicht mit geringstem Aufwand errungenen Sieg aufgeben? Auch die Stadt Frankfurt und die Polizeiführung wird im nächsten Jahr darauf drängen, "froh" bleiben zu können und keine Überstunden zum Schutz friedlicher Bürger machen zu müssen. Vermisst habe ich in Ihrer Mail einen Hinweis auf Strafanzeige gegen die Presseleute, die so offensichtlich zum Landfriedensbruch aufrufen. Es handelt sich ja nicht um Aufrufe zur friedlichen Demonstration, sondern um Bekanntgabe "lohnender Ziele" für Gewalttaten.
Siehe

Ein Alter Herr (Name der Redaktion bekannt).


14.5.2012, an den Veranstalter Badenia (3):

mit großer Bestürzung habe ich Ihre Absage des Frühschoppens gelesen. Seien Sie versichert, ich kann sowohl Ihre Gründe als auch ihre Wut im Bauch verstehen. Aber Sicherheit geht nun mal vor. Trotzdem stimmt es mich traurig zu sehen, dass wir, die eigentlich nur ein Band tragen, wieder einmal der blanken Gewalt und sei sie auch nur angedroht weichen müssen. Gerade weil die eigentliche Botschaft damit lautet "Baut nur genug Angst und Druck auf, dann weichen die Korporierten schon".

Zunehmend frage ich mich, was ist das für eine Jugend, für eine Haltung die die Ausübung von Gewalt gegen Personen und Sachen, die Androhung dieser sowie das Schaffen eines Angstklimas als rechtens ansieht, ihre Ansicht durchzusetzen. Was ist aus der Überzeugung geworden, dass man Meinungsverschiedenheiten mit Worten löst und den Anderen, so lange er sich auf dem Boden der Gesetze bewegt, in seiner "Andersheit" sein lässt?

Nun steht es mir nicht an in die Zukunft zu schauen, doch meine ich, auch auf der Basis meiner Lebenserfahrung, dass wir schlimmen Zeiten entgegen gehen. Gewalt wird zum legitimen Mittel der Meinungsdurchsetzung, sicherlich auch auf Grund der geringen Ächtung dieser. Schade, ich hätte gedacht dass gerade wir aus den zurückliegenden Gesellschaftsordnungen gelernt hätten. Leider zeigt sich einmal mehr: Homo hominis lupus est. (Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, nicht ein Mensch, wenn man sich nicht kennt.)

Ein aktiver Korporierter (Name der Redaktion bekannt).


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